Allgemeine Risikohinweise

Bei den auf der Plattform angebotenen Vermögensanlagen handelt es sich zwar nicht um gesellschaftsrechtliche, trotzdem jedoch um langfristige, unternehmerische Beteiligungen, mit denen nicht nur Chancen, sondern auch erhebliche Risiken verbunden sind. Mithin ist ein Totalverlust, d.h. der vollständige Verlust des eingesetzten Kapitals, möglich. Eine Investition in die auf der Plattform angebotenen Vermögensanlagen sollte daher nur erfolgen, wenn

  • sie für den Anleger geeignet und angemessen ist;
  • sie nur als Beimischung im Rahmen einer (risikodiversifizierten) Anlagestrategie bzw. zu einem Anlageportfolio erfolgt;
  • der Anleger auf das eingesetzte Kapital nicht angewiesen ist und dessen Totalverlust finanziell verkraften kann;
  • der Anleger nicht darauf angewiesen ist, sich kurzfristig – ohne finanzielle Einbußen – von der Vermögensanlage zu lösen (z.B. durch eine Veräußerung oder Kündigung);
  • der Anleger (i) nicht auf regelmäßige Ausschüttungen angewiesen ist oder solche erwartet sowie (ii) sich bewusst ist, dass es sich bei der Vermögensanlage nicht um eine festverzinsliche, garantierte Kapitalanlage handelt und weder der Zeitpunkt einer etwaigen Vergütung, noch der einer Rückzahlung des investierten Kapitals feststeht;
  • der Anleger eine Investition in die Vermögensanlage nicht fremdfinanziert (z.B. durch Aufnahme eines Darlehens).

Der Eintritt eines nachfolgend genannten Risikos kann – einzeln oder zusammen mit dem Eintritt weiterer Risiken – dazu führen, dass Zinszahlungen ausbleiben und/oder die Rückzahlbarkeit des jeweils eingesetzten Kapitals gefährdet oder ausgeschlossen ist. Mithin ist ein vollständiger Verlust des investierten Kapitals möglich (Totalverlustrisiko). Die gewählte Reihenfolge der Risikohinweise trifft weder eine Aussage über die Eintrittswahrscheinlichkeit, noch über die Schwere oder die Bedeutung der einzelnen Risiken.

Maximalrisiko

Obwohl eine Verlustteilnahme ausgeschlossen ist und Nachschusspflichten nicht bestehen, ist ein vollständiger Verlust des in die Vermögensanlage investierten Kapitals (Totalverlustrisiko) möglich. Daneben können den Anlegern im Zusammenhang mit der Vermögensanlage in Abhängigkeit von den individuellen Umständen des Einzelfalls weitere Vermögensnachteile entstehen, z.B. aufgrund von Rückforderungsansprüchen der Emittentin bei einer Überzahlung, Steuernachzahlungen sowie Zahlungspflichten infolge einer Fremdfinanzierung. Diese Vermögenseinbußen und weiteren Vermögensnachteile können zu einer Privatinsolvenz des Anlegers führen (Maximalrisiko).

Ausfallrisiko (Emittentenrisiko)

Die jeweilige Emittentin und/oder das jeweilige Unternehmen können zahlungsunfähig werden oder in Überschuldung geraten. Dies kann z.B. der Fall sein, wenn geringere Einnahmen und/oder höhere Ausgaben als erwartet zu verzeichnen sind oder ein anderweitig bestehender Kapital- oder Liquiditätsbedarf nicht gedeckt werden kann. Eine Insolvenz des jeweiligen Unternehmens hat wesentliche nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der jeweiligen Emittentin, insbesondere auf die Zahlbarkeit von Zinsen und die Rückzahlzahlbarkeit der Darlehensbeträge. Bei einer Insolvenz des Unternehmens besteht das Risiko des vollständigen Verlustes der von einer Emittentin in das Unternehmen investierten Mittel. Dies kann zu einer Insolvenz der jeweiligen Emittentin und hierdurch bedingt zum vollständigen Verlust des vom Anleger in die Vermögensanlage investierten Kapitals sowie (bislang) nicht ausgeschütteter Zinsen führen, da die Emittentinnen der auf der Plattform angebotenen Vermögensanlagen keinem Einlagensicherungssystem angehören.

Unternehmensbezogene Risiken

Geschäftsrisiko

Typischerweise handelt es sich bei den Unternehmen, die über die Plattform Kapital aufnehmen wollen, um junge Unternehmen mit innovativen Geschäftsmodellen, Produkten oder Dienstleistungen oder um Unternehmen aus dynamischen Wirtschaftsbranchen. Grundsätzlich bestehen bei Investitionen solche Unternehmen besondere Risiken. Häufig ist das Geschäftsmodell, Produkt oder die Dienstleistung noch nicht etabliert. Im Grundsatz gilt: Umso früher eine Investition erfolgt, z.B. in der Gründungs-, Aufbau- oder (Produkt-) Entwicklungsphase, umso höher ist das damit einhergehende Risiko.

Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko, dass sich die Geschäftsidee oder das Geschäftsmodell eines Unternehmens nicht umsetzen lassen. Ferner besteht das Risiko, dass der Markt die von den Unternehmen angebotenen Produkte bzw. Dienstleistungen nicht annimmt oder sich das jeweilige Unternehmen aus sonstigen Gründen nicht am Markt etablieren kann. Es kann sein, dass ein wirtschaftlicher Erfolg dauerhaft ausbleibt; hierdurch wäre die Werthaltigkeit der Vermögensanlage gefährdet.

Der wirtschaftliche Erfolg der Vermögensanlage hängt maßgeblich vom wirtschaftlichen Erfolg des jeweiligen Unternehmens ab. Dieser hängt wiederum von zahlreichen Faktoren ab, auf die weder die jeweilige Emittentin, noch das jeweilige Unternehmen Einfluss haben. Dies gilt insbesondere für konjunkturelle Schwankungen im wirtschaftlichen Umfeld, die Entwicklung der Märkte, auf denen das jeweilige Unternehmen tätig ist sowie das Wettbewerbsumfeld. Zudem kann es zu nachteiligen Änderungen in den wirtschaftlichen, rechtlichen oder steuerlichen Rahmenbedingungen kommen. Die vorgenannten Faktoren sowie der Eintritt eines vorgenannten Risikos können die Geschäftstätigkeit und –aussichten des jeweiligen Unternehmen sowie die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmen und der jeweiligen Emittentin nachteilig beeinflussen. Der wirtschaftliche Erfolg der Vermögensanlage, insbesondere Höhe und Zeitpunkt von Zuflüssen, können daher weder zugesichert, noch garantiert werden. Soweit diese Faktoren bei einer Anlageentscheidung nicht oder nur unzureichend berücksichtigt werden, kann dies dazu führen, dass die Investition in die Vermögensanlage zu einer ungünstigen Zeit erfolgt und der Anleger Verluste hinnehmen muss.

Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die im Finanzplan oder in den sonstigen Angebotsunterlagen prognostizierten Umstände oder Entwicklungen nicht eintreten und der tatsächliche Geschäftsverlauf vom erwarteten erheblich nachteilig abweicht.

Der Eintritt eines vorgenannten Risikos kann bei dem jeweiligen Unternehmen zu einem Kapital- oder Liquiditätsbedarf führen, der nicht aus etwaigen Einnahmen aus dem laufenden Geschäftsbetrieb gedeckt werden kann. Soweit der Kapital- oder Liquiditätsbedarf auch nicht anderweitig gedeckt werden kann, sind dies nachteilige Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens und der Emittentin möglich.

Risiken im Zusammenhang mit der Emissionsstruktur

Im Rahmen von Emissionen auf der Plattform werden Zweckgesellschaften als Emittentin der Vermögensanlage eingesetzt. Diese verfügen vor und während einer Emission über keine wesentlichen Vermögensgegenstände oder Wirtschaftsgüter. Eine Beteiligung der Zweckgesellschaft am jeweiligen Unternehmen, mithin die Übernahme von Geschäftsanteilen, erfolgt erst nach erfolgreichem Abschluss einer Emission. Eine Investition in weitere Unternehmen oder eine sonstige Risikodiversifizierung finden nicht statt. Daher stehen der jeweiligen Emittentin für die Rückzahlbarkeit der Vermögensanlage sowie Zinszahlungen keine weiteren Einnahmequellen neben etwaigen Erlösen aus den zu übernehmenden Geschäftsanteilen am jeweiligen Unternehmen zur Verfügung. Soweit Erlöse aus den Geschäftsanteilen ausbleiben, kann dies dazu führen, dass der jeweiligen Emittentin die liquiden Mittel für die Rückzahlung der Darlehensbeträge bei Fälligkeit fehlen und im Übrigen keine Zinsen an die Anleger gezahlt werden. Die Rückzahlbarkeit der Vermögensanlage hängt dann davon ab, ob das Unternehmen der Emittentin die Mittel für die Rückzahlung der aufgenommenen Darlehensbeträge bereitstellen kann. Die Fähigkeit der Emittentin zur Rückzahlung des von den Anlegern bereitgestellten Kapitals sowie von Zinsen hängt daher maßgeblich von den Geschäftsaussichten sowie der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des jeweiligen Unternehmens ab.

Schlüsselpersonenrisiko

Das jeweilige Unternehmen ist derzeit und möglicherweise auch zukünftig von bestimmten Schlüsselpersonen abhängig. Soweit diese Schlüsselpersonen dem Unternehmen nicht oder nicht mehr zur Verfügung stehen, kann sich dies nachteilig auf den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens und dadurch bedingt auch auf den wirtschaftlichen Erfolg der Vermögensanlage auswirken.

Angebotsbezogene Risiken

Inflationsrisiko (Kaufkraftrisiko)

Es besteht das Risiko, dass der Anleger aufgrund einer Geldentwertung einen Vermögensschaden erleidet. Diesem Risiko unterliegen sowohl der Realwert des vorhandenen Vermögens, als auch der reale Ertrag, der mit dem Vermögen erwirtschaftet werden soll.

Mangels einer festen, garantierten Verzinsung des investierten Kapitals besteht insbesondere das Risiko, dass die Realverzinsung unter Berücksichtigung der mit der Vermögensanlage erwirtschafteten Erträge und der Inflationsrate negativ ist. Dies würde für den Anleger einen finanziellen Verlust bedeuten.

Informationsrisiko

In der Regel wird aufgrund gesetzlicher Ausnahmebestimmungen kein Vermögensanlagenprospekt im Vorfeld einer Emission auf der Plattform veröffentlicht. Den Anlegern steht daher in der Regel keine umfassende Informationsquelle zur Verfügung. Im Übrigen können fehlende, unvollständige oder falsche Informationen (einschließlich nicht aktueller sowie falsch interpretierter Informationen) zu Fehlentscheidungen des Anlegers führen.

Risiken im Falle einer Fremdfinanzierung der Investition in die Vermögensanlage

Im Falle einer Fremdfinanzierung der Investition in die Vermögensanlage bestehen besondere Risiken, insbesondere wegen der mit einer Fremdfinanzierung verbundenen Tilgungs- und Zinsverpflichtungen. Dies gilt umso mehr, als die Vermögensanlage keine fixe, laufende Verzinsung oder sonstige regelmäßige, garantierte Ausschüttungen vorsehen. Bei einer Fremdfinanzierung besteht daher aufgrund der regelmäßig zu erfüllenden Zahlungsansprüche des Fremdkapitalgebers das Risiko erheblicher finanzieller Einbußen des Anlegers, die zu seiner Privatinsolvenz führen können.

Risiko von Interessenkollisionen

Zwischen der jeweiligen Emittentin und Innovestment besteht eine (mittelbare) gesellschaftsrechtliche Verbindung (vgl. die Angaben zur Emissions- und Beteiligungsstruktur unter Ziffer V.). Auf Grund dieser gesellschaftsrechtlichen Verbindung hat Innovestment die rechtliche Möglichkeit, auf die jeweilige Emittentin einzuwirken. Zudem erhält Innovestment Vergütungen, die zum Teil vom Erfolg einer Emission sowie der Höhe des im Rahmen einer Emission eingeworbenen Kapitals abhängig sind (siehe Ziffer II.). Vor diesem Hintergrund können Interessenkonflikte zwischen den Anlegern und Innovestment auftreten, da Innovestment grundsätzlich ein Interesse an einem möglichst hohen Emissionserlös hat und im Übrigen im Zusammenhang mit der Emission gegenüber dem jeweiligen Unternehmen entgeltliche Dienstleistungen erbringt. Zudem ist geplant, dass dem Geschäftsführer der jeweiligen Emittentin ein rein erfolgsabhängiges Gehalt gezahlt wird, welches von den Erlösen abhängig ist, die der Emittentin aus den von ihr am Unternehmen gehaltenen Geschäftsanteilen zufließenden. Der Geschäftsführer kann trotz des damit bezweckten Interessengleichlaufs abweichende Interessen als die der Anleger verfolgen. Vor diesem Hintergrund besteht das Risiko, dass Innovestment oder die Geschäftsführung des SPV Interessenkollisionen zu Lasten der Anleger auflösen.

Risiken bei einer Rückabwicklung der Emission

Für den Fall, dass eine Emission abgebrochen oder rückabgewickelt werden muss (z.B. soweit der Mindestkapitalbedarf nicht erreicht wurde), kann ein Anleger bis zur Rückerstattung des eingezahlten Kapitals hierüber nicht verfügen, insbesondere die eingesetzten Mittel nicht zum Zwecke einer anderweitigen Kapitalanlage nutzen. Es kann sein, dass der Anleger die Mittel nur noch zu schlechteren Konditionen anlegen kann.

Minderung des Emissionserlöses, Kostenbelastung

Den Unternehmen können im Zusammenhang mit der Vorbereitung und Durchführung einer Emission Kosten und Aufwendungen entstehen (z.B. Vergütung von Innovestment, Beurkundungskosten im Zusammenhang mit dem Abschluss der Finanzierungsvereinbarung). Das im Rahmen einer Emission eingeworbene Kapital wird zum Teil auch für die Deckung solcher Kosten verwendet. Insbesondere mindern die Provision von Innovestment für die Vermittlung der Vermögensanlage sowie die Vergütung des Zahlungsdienstleisters für die Zahlungsabwicklung über das Treuhandkonto die dem jeweiligen Unternehmen aus der Emission zufließenden Mittel. Weitere Kosten und Aufwendungen können auch unabhängig vom wirtschaftlichen Erfolg der Emission, z.B. ungeachtet der Höhe der im Rahmen der Emission eingeworbenen Mittel entstehen.

Dem jeweiligen Unternehmen stehen die Emissionserlöse daher nicht in voller Höhe zu Investitionszwecken zur Verfügung. Daneben werden das laufende Ergebnis und die Liquidität der Unternehmen durch erfolgsunabhängige Kosten (z.B. die an die Innovestment zu zahlenden Service-Gebühren) belastet.

Die vorgenannten Umstände können die Werthaltigkeit der Vermögensanlage negativ beeinträchtigen.

Risiken im Hinblick auf die Rückzahlbarkeit sowie Zinszahlungen

Bei der Vermögensanlage handelt sich um eine unternehmerische Beteiligung, die mit unternehmerischen Risiken einhergeht. Eine feste oder garantierte Vergütung (z.B. fixe Verzinsung) ist nicht vorgesehen. Zinszahlungen sowie die Rückzahlbarkeit der vom Anleger ausgereichten Beträge sind weder der Höhe, noch dem Zeitpunkt nach zugesichert oder garantiert. Es besteht das Risiko, dass Gewinne oder Wertsteigerungen beim jeweiligen Unternehmen ausbleiben oder nicht realisiert werden können und der Emittentin auch im Übrigen keine Erlöse zufließen. Insbesondere könnte es sein, dass etwaige Gewinne beim Unternehmen nicht an die Gesellschafter ausgeschüttet, sondern zur Innenfinanzierung des Unternehmens verwendet werden. Zudem unterliegen sowohl der mögliche Zeitpunkt, als auch die Konditionen (z.B. Gegenleistung) einer Übertragung oder sonstigen Verwertung der Beteiligung am Unternehmen konjunkturellen Schwankungen und lassen sich auch im Übrigen nicht vorhersehen. Es ist möglich, dass sich keine Interessenten für den Erwerb der von einer Emittentin am Unternehmen gehaltenen Geschäftsanteile finden oder die Nachfrage gering ist. In diesen Fällen ist es möglich, dass Preisabschläge hingenommen werden müssen oder eine Verwertung der Unternehmensbeteiligung durch die jeweilige Emittentin nicht oder nur zu einem geringeren als dem investierten Betrag möglich ist.

Der Eintritt eines zuvor genannten Risikos kann dazu führen, dass Zinszahlungen ausbleiben oder erst zu einem späteren Zeitpunkt gezahlt werden können oder die Rückzahlung der vom Anleger ausgereichten Beträge gefährdet wird.

Rückforderung von Zinsen bei Überzahlung

Im Falle von Überzahlungen von einer Emittentin an den Anleger (z.B. bei einer nachträglichen Reduzierung der den Zinszahlungen zugrunde liegenden Erlöse) hat dieser der Emittentin den Betrag der Überzahlung zurückzuerstatten.

Keine Weisungs- oder Mitspracherechte der Anleger

Die Anleger haben gegenüber dem jeweiligen Unternehmen, der Emittentin und deren Geschäftsführung grundsätzlich keine Weisungs- oder Mitspracherechte. Insbesondere steht den Anlegern hinsichtlich der Verwertung der Anteile einer Emittentin am jeweiligen Unternehmen grundsätzlich kein Weisungs- oder Mitspracherecht zu. Die aus der Vermögensanlage resultierenden Erlöse hängen jedoch zum Teil maßgeblich davon ab, ob, wann und zu welchem Preis die von einer Emittentin am jeweiligen Unternehmen gehaltenen Anteile veräußert werden. Die Entscheidung hierüber obliegt grundsätzlich der Geschäftsführung der jeweiligen Emittentin. Zwar haben die Anleger die Möglichkeit, nach entsprechender Information durch die Geschäftsführung einer Emittentin über einen Verkauf abzustimmen, soweit die jeweilige Emittentin keiner vertraglichen Mitverkaufsverpflichtung unterliegt. Das jeweilige Abstimmungsergebnis stellt jedoch keine Weisung an die Geschäftsführung der betreffenden Emittentin dar. Insoweit besteht zum einen das Risiko, dass eine Emittentin aufgrund einer vertraglichen Verpflichtung (insb. aus der Finanzierungsvereinbarung) zu einer Veräußerung der von ihr gehaltenen Anteile verpflichtet ist, ohne dass der Anleger hierauf Einfluss nehmen könnte. Zum anderen besteht das Risiko, dass die Geschäftsführung einer Emittentin eine Entscheidung trifft, die nicht mit dem Willen der Mehrheit der Anleger übereinstimmt oder sich im Nachhinein als ungünstig für die Anleger herausstellt. Insoweit sind Anleger dem Risiko ausgesetzt, dass die Geschäftsanteile zu einem Zeitpunkt oder zu Konditionen verwertet werden, bei denen der einzelne Anleger oder die Mehrheit die Anleger von einer Verwertung abgesehen hätten.

Verwässerung

Es besteht das Risiko einer rechtlichen oder wirtschaftlichen Verwässerung der Beteiligung einer Emittentin am jeweiligen Unternehmen. Hierdurch werden mittelbar auch die Ansprüche der Investoren aus der Vermögensanlage verwässert. Dies ist zunächst dann der Fall, wenn das jeweilige Unternehmen zukünftig weitere Geschäftsanteile im Rahmen einer Kapitalerhöhung ausgibt und die jeweilige Emittentin keine der neu ausgegebenen Geschäftsanteile übernimmt. Grundsätzlich ist eine Ausübung von etwaigen Bezugsrechten durch eine Emittentin nicht vorgesehen. Insoweit vermindern sich bei Ausgabe neuer Geschäftsanteile die Beteiligungsquote einer Emittentin am jeweiligen Unternehmen und damit einhergehend auch die Erlös-Beteiligung der Anleger. Zudem kann sich eine (wirtschaftliche) Verwässerung einer Emittentin und mittelbar der Vermögensanlage daraus ergeben, dass zukünftig Geschäftsanteile am jeweiligen Unternehmen zu wirtschaftlich besseren Konditionen (insbesondere zu einer niedrigeren Unternehmensbewertung) ausgegebenen werden, als die für die Emission auf der Plattform maßgeblichen. Dies gilt insbesondere dann, wenn sich die einer Emission zugrunde liegende Unternehmensbewertung des Unternehmens im Nachhinein als zu hoch erweist.

Risiken im Zusammenhang mit der Mindestlaufzeit der Vermögensanlage, fehlende Handelbarkeit und Liquidität

Aufgrund der Mindestlauflaufzeit, der eingeschränkten Übertragbarkeit und der fehlenden Handelbarkeit der Vermögensanlage ist das vom Anleger investierte Kapital langfristig gebunden. Anleger sollten berücksichtigen, dass sie möglicherweise nicht vor Ablauf der Mindestlaufzeit über das investierte Kapital bzw. den Gegenwert der Vermögensanlage verfügen können. Eine ordentliche Kündigung der Vermögensanlage ist vor Ablauf der Mindestlaufzeit nicht möglich. Anleger gehen daher mit einer Investition in die Vermögensanlage eine langfristige Verpflichtung ein. Zudem ist eine rechtsgeschäftliche Verfügung über die Vermögensanlage (z.B. Verkauf) vertraglich eingeschränkt und nur mit Zustimmung der jeweiligen Emittentin zulässig. Mithin können Anleger nicht frei über die Vermögensanlage verfügen. Zudem besteht für die Vermögensanlage derzeit weder ein Handelsplatz, noch ein liquidier Zweitmarkt und damit keine Möglichkeit für den Anleger, die Vermögensanlage jederzeit zu marktgerechten Preisen verkaufen zu können. Vielmehr existieren nach der Zuteilung kein feststellbarer Marktpreis für die Vermögensanlage und keine jederzeitige Wiederverkäuflichkeit. Es besteht das Risiko, dass eine Veräußerung der Vermögensanlage durch den Anleger möglicherweise nicht oder nur mit finanziellen Einbußen möglich ist. Ein Anleger erleidet einen Verlust, wenn er die Vermögensanlage zu einem Betrag veräußert, welcher unterhalb des im Rahmen der Emission investierten Betrags liegt.

Risiken im Zusammenhang mit der Beendigung der Vermögensanlage

Es besteht das Risiko, dass die Vermögensanlage endet, bevor ein Zahlungsereignis im Sinne der Allgemeinen Darlehensbedingungen eingetreten ist und der Anleger eine Zinszahlung erhalten hat. Dies gilt insbesondere im Falle einer Kündigung vor einer Zinszahlung.

Mit dem qualifizierten Rangrücktritt verbundene Risiken

Die Vermögensanlage sieht einen qualifizierten Rangrücktritt der Anleger vor. Dies bedeutet, dass die Geltendmachung von Forderungen der Anleger ausgeschlossen ist, solange und soweit sie einen Grund für die Eröffnung des Insolvenzverfahrens über das Vermögen der jeweiligen Emittentin herbeiführen würden. Im Falle eines Insolvenzverfahrens werden die Forderungen nur nachrangig bedient. Dies gilt sowohl für Zinszahlungen, als auch für die Rückzahlung des vom Anleger jeweils ausgereichten Betrags. Anleger sind damit dem Risiko einer Überschuldung oder Zahlungsunfähigkeit der jeweiligen Emittentin und – da es sich bei deren Beteiligung am jeweiligen Unternehmen um den einzigen Vermögensgegenstände handelt – mittelbar auch des jeweiligen Unternehmens ausgesetzt. Obwohl eine Verlustteilnahme des Anlegers ausgeschlossen ist, können das dauerhafte Vorliegen der Voraussetzungen des qualifizierten Rangrücktritts sowie eine Insolvenz einer Emittentin oder des jeweiligen Unternehmens zum vollständigen Verlust des in die Vermögensanlage investierten Kapitals sowie (bisher) nicht ausgeschütteter Zinsen und sonstiger Forderungen führen (Totalverlustrisiko). Die Emittentinnen gehört keinem Einlagensicherungssystem an, welches den Anlegern Entschädigungsansprüche gewährt und vor einem solchen Totalverlustrisiko schützen würde.

Mehrheitsentscheidungen bei Investorenabstimmungen

Die Anleger können in den vertraglich geregelten Fällen im Rahmen von Investorenabstimmungen Mehrheitsentscheidungen treffen, insbesondere einer Verwertung der von einer Emittentin am jeweiligen Unternehmen gehaltenen Geschäftsanteile zustimmen oder widersprechen. Solche Mehrheitsentscheidungen sind für alle Anleger verbindlich, mithin auch für diejenigen, die gegen die Vornahme einer bestimmten Maßnahme gestimmt haben.

Betreiben des unerlaubten Investmentgeschäfts infolge einer Änderung der Vertragsbedingungen

Es besteht das Risiko, dass die der Vermögensanlage und der Beteiligung einer Emittentin am jeweiligen Unternehmen zugrunde liegenden Vertrags- oder Anlagebedingungen so geändert werden oder sich die Tätigkeit einer Emittentin so verändert, dass die jeweilige Emittentin ein Investmentvermögen im Sinne des Kapitalanlagegesetzbuchs darstellt und die betroffene Emittentin ein unerlaubtes Investmentgeschäft erbringt. In diesem Fall kann die BaFin Maßnahmen nach § 15 des Kapitalanlagegesetzbuchs (KAGB) ergreifen und insbesondere die Rückabwicklung der Geschäfte der betroffenen Emittenten anordnen.

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