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31.05.2017
manetch: globales Business-Netzwerk auf Wachstumskurs
Start-ups, Crowdinvesting

Sara Maria Spiller arbeitete über 10 Jahre erfolgreich in leitender Funktion im Eventbereich und erkannte die Potenziale der Digitalisierung dieser Branche. Sie gründete 2013 das Start-up "manetch", das heute Unternehmer und Manager weltweit intelligent miteinander vernetzt. Seit der Crowdfinanzierung über Innovestment im Jahr 2013 steigerte das Unternehmen seinen Umsatz auf über 1,35 Millionen Euro. Im Juni geht manetch in die nächste Crowdinvesting-Runde. Innovestment sprach mit Sara Spiller u. a. über aktuelle Struktur und Wachstumsstrategie ihres Start-ups und darüber, was manetch von anderen Netzwerken wie XING und LinkedIn unterscheidet. 


Wie seid Ihr auf die Idee für manetch gekommen?

Wir manetch-Gründer waren mehr als zehn Jahre verantwortlich für führende Fachkonferenzen, Messen und Manager-Communities. Dabei haben wir gemerkt, dass das Networking und auch der fachliche Austausch mit digitalen Features sehr viel effizienter und intelligenter gemacht werden kann. Deshalb haben wir manetch gegründet, um Business-Medien-Produkte digital neu zu erfinden.

 

2013 hast Du über Innovestment die ersten Investoren gewonnen, die Deine Geschäftsidee mit insgesamt 51.000 Euro Venture Capital unterstützt haben. Seitdem hat Dein Unternehmen eine außerordentlich positive Entwicklung durchlaufen. Warum planst Du eine Anschlussfinanzierung wieder mit Innovestment?

Wir haben in 2013 mit Innovestment sehr positive Erfahrungen gemacht und damit auch großes Vertrauen in das Management und die Investoren-Community gewonnen. Innovestment und wir haben uns seitdem natürlich weiterentwickelt. Jetzt stehen aber beide Unternehmen vor einer neuen spannenden Entwicklung. Für mich war es sofort klar, dass wir vor diesem Hintergrund auch wieder zusammenarbeiten müssen.

 

manetch arbeitet mit zwei Auslandsvertretungen in den USA und in Chile. Erläutere uns die Unternehmensstruktur und die dahinterstehende Strategie etwas ausführlicher.

Wir sind als deutsche GmbH gestartet, haben uns aber von Anfang an als englischsprachige internationale Plattform positioniert. Deshalb sind die USA auch das stärkste Nutzerland. Daraus ergab sich die Notwendigkeit, dort auch operativ präsent zu sein. Nach Chile sind wir über das Programm "Start-Up Chile", mit dem dieses Land Tech-Start-ups aus aller Welt fördert, gekommen und haben das Land aufgrund niedriger Kosten und unternehmensfreundlichen Strukturen als idealen Standort für das Backoffice kennengelernt. So hat jeder Standort für uns seinen Platz – und wir nutzen sie, um nah beim Kunden zu sein und gleichzeitig kostengünstig zu produzieren.

 

Deine Mitbewerber haben in der Vergangenheit sechsstelligen Finanzierungen erhalten. Wie kann sich manetch ihnen gegenüber dauerhafte Wettbewerbsvorteile verschaffen? Welche Unterscheidungsmerkmale bestehen z. B. zu bereits etablierten Netzwerken wie XING und LinkedIn?

Der Kern von manetch ist der Big-Data-Ansatz. Wir erheben von unseren Nutzern das detaillierteste Business-Profil im Internet. Dadurch können wir zielgerichteter als jede andere Plattform unseren Mitgliedern für deren aktuelle Business-Prioritäten die richtigen Kontakte, News und Learning-Opportunities vorschlagen. Dabei konzentrieren wir uns auf reine Business Medien- und Kontakt-Discovery. Bei uns können Manager aufgrund ihres Profils am besten ihr Netzwerk ausbauen und neue Blogs, Konferenzen und Videos entdecken. Die Vernetzung an sich können User auf anderen herkömmlichen Social-Media-Plattformen für Business wie XING, LinkedIn oder Twitter vornehmen. Wir ermutigen unsere User sogar dazu dies zu tun.

 

Welche Philosophie verfolgt das Team von manetch hinsichtlich Wachstum und künftiger Weiterentwicklung?

Auch nach einigen Jahren Entwicklung nutzen wir noch immer die Lean-Startup-Methode. Wir probieren alles aus, was zu unserer Mission - durch Automatisierung und digitale Intelligenz Business-Medien besser zu machen - passt, haben kurze Iterationszyklen und dadurch immer wieder neue starke Innovationen. Mit den bereits etablierten Produkten gehen wir nun aber in einen aggressiven Skalierungsmodus, für den wir nun auch eine Finanzierungsrunde anstreben.

 

Dein Geschäftsmodell richtet sich gezielt auf den Ausbau des B2B-Geschäfts. Was bietet manetch seinen Business-Partnern? Wie hilft Dein Unternehmen dem deutschen Mittelstand?

Jedes Unternehmen, egal wo auf der Welt, profitiert, wenn die Manager besser vernetzt sind und die Best Practices kennen. Diese zu finden und sich gegen die richtigen Kontakte zu benchmarken, das ist häufig gar nicht einfach. Hier können wir durch unsere Matching-Technologien allen Unternehmen Zeit und Geld sparen.

 

Wie stellt Du Dir das Zukunftsbild von manetch vor? Hat sich Deine Vision in den vergangenen Jahren verändert? Wenn ja, inwiefern?

manetch ist als reines Business-Networking-Tool gestartet. Wir wollten Managern weltweit mit unserem Online-Dating-Konzept ermöglichen, das berufliche Netzwerk einfach und zielgerichtet zu erweitern. Der Fokus hat sich aber aufgrund des User-Feedbacks erweitert. Wir stellen unseren Kunden mittlerweile ein umfassendes personalisiertes Informations-, Weiterbildungs- und Networking-Paket zur Verfügung und haben auch die Erfahrung gemacht, dass dieser Schritt der richtige war. Deshalb gehen wir weiter in diese Richtung.

 

Deutsche Beobachter geben in mehr oder weniger regelmäßigen Abständen ihrer Sorge Ausdruck, dass die deutschen Gründungen im IT-Sektor aufgrund fehlenden Wagniskapitals den Anschluss verpassen könnten. Wie ist Deine Position in dieser Frage?

Wir positionieren uns mit unserem Unternehmen so und dort, wie es für unsere Stakeholder und unsere Partner am besten ist. Dazu gehört, dass wir uns eine internationale Struktur gegeben haben, um die Vorteile unterschiedlicher Standorte zu nutzen. Das gilt natürlich auch für die Finanzierung. Falls wir unsere ambitionierten Ziele zu einem bestimmten Zeitpunkt nicht mehr mit deutschen Investoren umsetzen können, sind wir darauf vorbereitet. Ich denke, dass eine Abhängigkeit von einem bestimmten Standort nie gut sein kann.

 

Du bist international sehr viel unterwegs und kennst andere Wirtschaftskulturen. Wie sehen Deine ausländischen Partner die deutsche Wirtschaftskultur, die traditionell auf langfristige Beziehungen setzt?

Ich denke, dass ein deutscher Hintergrund der Firma vorteilhaft ist. Deutsche Produkte werden grundsätzlich als leistungsstark und vertrauenswürdig wahrgenommen. Davon profitieren wir natürlich auch.

 

Vielen Dank, Sara Maria, für das Interview.

 


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Denis Friedrich

ist Business Development Manager bei der Innovestment GmbH. Er verantwortet zudem das unternehmenseigene Onlinemagazin.